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Debian auf der WD MyCloud

Hinweis: Die Seite "Debian auf der WD MyCloud" ist vor mehr als einem Jahr geschrieben oder zuletzt editiert worden und unter Umständen veraltet oder nicht mehr korrekt.

Eine Zusammenfassung des Topics Clean debian and OpenMediaVault on WDMyCloud im WD Community Forum.

Es ist möglich, das (verkrüppelte) Debian der Western Digital MyCloud (Die 1-Bay, keine EX2, keine EX4) wie schon bei der älteren MyBook Live ohne Entnehmen der Festplatte durch ein vollwertiges Debian (wheezy) zu ersetzen. Die UI mit allen Einstellungsmöglichkeiten geht dann verloren, als Ausgleich bekommt man ein sauberes System, auf dem sich dann z.B. OpenMediaVault installieren lässt.

Debian-basierend sind die älteren Western Digital MyBook Live/MyBook Live Duo (800MHz, single core) sowie die 1-Bay MyCloud (1200MHz dual core). Die MyCloud Mirror sowie die MyCloud EX2/EX4 basieren auf einem kastrierten BusyBox, hier ist mehr Basteln angesagt. Übrigens haben MyCloud Mirror und MyCloud EX2 nicht nur die selbe Gussform der Gehäuseteile sondern auch eine identische Firmware, die sich nur im Dateinamen unterscheidet.

Kurz-Zusammenfassung

Das root-Filesystem, der Kernel und die Konfiguration werden ersetzt.

  • Die Dateien in die Freigabe /Public kopieren
  • Per ssh einloggen
  • Den Installer starten
  • Nach dem Reboot ist das System fertig

Ausführlich

Zuerst ssh auf der MyCloud aktivieren und testen, Anleitung bei WD. An Dateien benötigt wird der Kernel und das root-Filesystem (Aktuell V3) sowie das Installations-Skript:

Die Archive (beide!) nach /Public entpacken, dafür 7Zip verwenden. Folgende Dateien müssen vorhanden sein – das Skript selbst prüft nicht alle Dateien, also Vorsicht:

  • install.sh – Der Installer
  • run_me_after_install.sh – Skript für Anpassungen nach dem Reboot
  • config_md0.img – U-Boot Config für RootFS auf /dev/md0
  • config_md1.img – U-Boot Config für RootFS auf /dev/md1
  • kernel.img – Linux Kernel
  • rootfs.img – Root-Dateisystem

Für die ganz neugierigen, die Boot-Konfiguration config_md0.img beinhaltet

Per ssh einloggen, das Installer-Skript ausführbar machen und starten. Es empfiehlt sich, das Skript gut durchzulesen und die Letzte Zeile (reboot) auszukommentieren, falls etwas schief geht hat man so unter Umständen noch die Möglichkeit, es manuell zu deb0rken.

Die ssh-Zugangsdaten nach dem Upgrade sind root/mycloud. Nach dem Anpassen von locale und einigen Fixes ist die Debianisierung fertig.

dmesg-Ausgabe unter Debian 7.8/Kernel 3.2.26: dmesg_wd_mycloud_debian7.out

Weitere Anpassungen vornehmen:

Vorkompilierte Binaries für ein Upgrade zu Samba4 und viele weitere Infos sind im Forums-Thread zu lesen.

Der Vorgang im Detail

Das Skript stoppt alle Dienste, trennt die momentan nicht aktive Platte aus dem RAID-Verbund (siehe Platten-Layout weiter unten) und aktualisiert diese, sowie den Kernel und die Konfiguration (so wird die aktualisierte Platte nach dem Reboot aktiv).

Eine Anleitung zum Debricking bzw. zum Herstellen der Original-Software im Fall der Fälle ist auch gleich verfügbar.

Partitions-Layout der Festplatte

Disk-Layout

Das root-Filesystem besteht aus einem md-Raid1 über zwei Partitionen. So wird bei einem „Firmware“-Update eine der Partitionen aktualisiert, dann auf diese Partition umgeschaltet.

Ein Vollbackup/Image ist bei Mega erhältlich, falls mein Koreanisch noch nicht all zu eingerostet ist (Der Letzte Link enthält die Images für 2TB/3TB/4TB auf pan.baidu.com, ansonsten ein beliebiges verfügbares nehmen, die große vierte(!) Partition löschen und mit ext4-Dateisystem neu anlegen).

Bilder der Innereien

In Asien und bei Nerdbench zum Beispiel.

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29 Kommentare

  1. Hey und danke für die Gute Anleitung!
    Funktioniert das jetzt genauso mit der MyBook Live Duo? Oder muss ich da einem anderem Tutorial folgen? Finde nämlich keins…

    Grüße
    zeR

  2. Hier geht’s um die „My Cloud“, nicht verwechseln!

    Wenn keine Daten drauf sind würde ich mal ganz frech eine Platte nach Anleitung vorbereiten, mit ihr hochfahren und dann die 2. (leere) anstecken.

    mdadm *sollte* dann automatisch die zweite disk einbinden, wenn die Partitionstabelle der ersten übertragen wurde und die
    Partitionen wie auf der ersten als „raid“ markiert wurden.

  3. Danke für deine Antwort. Naja du hast doch geschrieben, dass es wie auch bei den älteren MyBook Live bereits funktioniert.

    Ich finde dazu nur leider nichts. Es wäre mir auch egal wenn ich die platten ausbauen müsste. Hauptsache es läuft ein sauberes Debian drauf!

    Hast du vielleicht noch einen Tipp für mich?

  4. Hallo, Tolle Zusammenfassung

    Habe jetzt leider nicht verstanden ob bei dieser Anleitung auch die Daten flöten gehen oder nicht

  5. Ich seh‘ kein explizites mkfs oder so, aber beim Auftrennen des Arrays und wieder Zusammenfügen mit mdadm kann ja immer was passieren….

  6. Hallo,

    danke für die Anleitung ! Leider habe ich das Problem das ich mich nicht einloggen kann, weder per webif noch ssh …

    Hat jemand durch Zufall, oder mag jemand ein „Backup“ von dem installierten OMV machen ?

    Habe die 2 TB Variante, wäre echt toll 🙂

    LG

  7. Die user/pass Kombinationen im ersten Post des verlinkten Threads probiert?

  8. Hallo Stefan,

    danke für die Anleitung. Kann ich denn nach der erfolgreichen Installation aus dem Debian Wheezy gleich ein Debian Jessie machen? Ich möchte nicht, dass durch das komplette Dist-Uopgrade die WD My Cloud nicht mehr bootet.

    Ach ja, ich mag das lvm und Raid Geraffel nicht. Wie mache ich denn aus der bisherigen Festplattenkonstellation ein / audf /dev/sda1, ein swap auf /dev/sda2 und eine /daten auf /dev/sda3?

    Viele Grüße,
    Holger

  9. Eine Umstellung ist nicht einfach möglich. Der Bootloader startet den Kernel unter anderem mit root=/dev/md0. Zu Jessie habe ich nicht upgegraded, bei mir läuft aktuell Wheezy/7.8

  10. Hallo Stefan,

    danke für die rasche Antwort. Noch eine Frage:

    Die Migration lief durch und das Gerät startete neu. Nun kann ich mich aber nicht mehr einloggen. Ich hatte dem Teil schon vor der Migration eine statische IP verpasst, einen neuen Hostnamen gegeben. Mein Router steht nicht auf DHCP. Sind nach der Migration die ganzen /etc Daten flöten? Wie komme ich denn jetzt per ssh auf die WD My Cloud drauf?

  11. Die Daten(partitionen) bleiben unangetastet. Siehe mein Posting vom 20. April, die user/pass Kombinationen im ersten Post des verlinkten Threads probiert? Im Forums-Thread nachgesehen, ob sich user/pass in den neueren Versionen geändert hat?

  12. Hallo Stefan,

    unter YaST finde ich das WD Gerät nicht mehr im Netzwerk. D.h., die Datenpartition wurde zwar nicht angetastet, die / mit dem Verzeichnis etc hingegen wurde wohl über gebügelt. Da werde ich wohl den Router auf DHCP umstellen müssen, um an das Teil wieder dran zu kommen.

  13. Hallo Stefan,

    ich habe mal das rootfs.img per loop gemountet und nir die /etc/network/interfaces angeschaut:
    auto lo
    iface lo inet loopback

    auto eth0
    allow-hotplug eth0
    iface eth0 inet dhcp

    Die /etc/hostname verät den Namen: MyCloud

    Das sieht nach kurzfristiger DHCP Umstellung des Routers aus, sonst komme ich nicht auf das Gerät.

  14. Hey Stefan,

    du sagst am Anfang ja deutlich, dass es mit der EX2 nicht funktioniert, auf Grund der BusyBox…

    Gibt es hierfür Wege ein Linux aufzuspielen? Oder absolut gar nicht?
    Falls nicht, wäre das für mich ein Grund die EX2 zurück zu geben, da das System (meiner Meinung nach) echt viel zu umständlich und eingeschränkt ist.

    Danke schon einmal fürs Antworten.

    Grüße,
    Jakob

  15. Meine (getestete) EX2 ging deswegen zurück: Die Hardware ist zwar nett und gut, aber das kastrierte Busybox-System im Flash eine Zumutung.

  16. Hallo,
    wofür sind die jeweiligen Partitionen?
    Hier besonders /dev/sdb5 bis /dev/sdb8 ?
    Warum wird ext3 und ext4 verwendet?

    Danke für die Anleitung
    John

  17. md-Raid1 über zwei Partitionen

    Welche Vorteile hat eine md-Raid1 bei nur einer HDD?
    Warum werden die Partitionen mit sdbx und nicht mit sdax bezeichnet?

  18. Die Inhalte/Funktionen aller Partitionen stehen deutlich bei „Partitions-Layout der Festplatte“ im Posting?!?!?

    ext3 ist ausreichend für das Root-Filesystem, für die Daten ist ext4 besser geeignet.

    Der Vorteil eines RAID hier ist die zusätzliche Sicherung des root-Dateisystems bei Partitions-/Platten-Fehlern.

    Und /dev/sdb wird im GParted Screenshot angezeigt, da auf der MyCloud kein GParted läuft und die Platte zum Auslesen natürlich an einen PC angeschlossen war, der sda bereits verwendet.

  19. Ok, sorry, glatt übersehen.
    Jetzt aber gefunden.

    Warum ist die Reihenfolge der Partitionen von sda1 bist sdax nicht numerisch fortlaufend?
    Number 4 ist am Ende der HDD.

  20. Stefan:
    Der Vorteil eines RAID hier ist die zusätzliche Sicherung des root-Dateisystems bei Partitions-/Platten-Fehlern.

    Hallo, wie kann ich dieses Sicherheitsfeature im Fall der Fälle nutzen?
    Wie nutze ich diesen Vorteil bei einem 1-bay NAS?
    Was ist konkret zu tun?

  21. Hallo Stefan,

    Zitat2: Kommentar von Stefan(Beitrags-Autor) 8. Mai 2015, 07:46 Uhr
    ext3 ist ausreichend für das Root-Filesystem, für die Daten ist ext4 besser geeignet.

    Warum wird für das Root-Filesystem nicht auch ext4 verwendet?
    Welche Gründe sprechen dagegen?

    J

  22. Hallo Stefan,
    ich habe anhand Deiner Anleitung das Debain zu aktualisieren.
    Allerdings habe ich jetzt ein Problem.

    Ich bekomme mein DataVolume nicht mehr gemoutet, sondern immer nur die Meldung „mount: special device /dev/sdb4 does not exist“.

    parted gibt mir eine ähnliche Tabelle aus, wie in Deinem Post.

    Kannst Du mir helfen mein NAS wieder in Gang zubekomme?
    Zur Zeit komme ich nur per ssh auf das NAS…

    Ich währe Dir wirklich sehr dankbar!

    MfG
    Frank

  23. Hallo Stefan.
    Hast du auch eine Anleitung wie man ne Gebrickte 4TB MY Cloud wieder herstellen kann? Hab alle Partitionen gelöscht jetzt nach ner Anleitung, aber wie weiter jetzt

  24. Kann man damit über einen Switch auch die Geschwindigkeit erhöhen ? Weil mit der Standart NAS FW ist das echt dürftig,..
    Ist an meiner FritzBox Gigabit Lan angeschlossen kommt nur max 11 MB/s und Direkt auch am Switch nicht schneller, nur LAN direkt an PC 20-40 MB/s
    Aber dann geht ja kein DLNA an TV -_-

  25. Huhu, also hab es drauf bekommen und musste es auch gleich 1x wieder mit nem IMG Resetten 😀

    Aber was mich wirklich stört ist leider mein Russisch,.. -__- gibt es eine Möglichkeit OMV und somit das Putty oder im meinem Fall Terminal unter Linux auf Deutsch zu bekommen,.. wenn ich apt-get update oder was installiere kommt alles immer auf Russisch 🙁

    В кэше http://security.debian.org wheezy/updates/non-free armhf Packages
    В кэше http://security.debian.org wheezy/updates/contrib Translation-en

    Nur mal als Bsp.

  26. Hi! Ist es nach der Debian- und OMV-Installation normal dass die Platte sich nicht mehr runterfährt, sondern ständig aktiv ist? Auch wenn ich sie mit „hdparm -C /dev/sda“ in den standby schicke wechselt sie sofort wieder in den Zustand „active/idle“.

  27. Hallo!

    Eine sehr interessante Anleitung. Mir sind dabei folgende Fragen gekommen:

    – Wenn Debian auf der MyCloud läuft: Wie könnte man den USB-Anschluss nutzen, um das NAS mit einem WLAN-Stick ans Netz zu bekommen? Vielleicht sogar im HotSpot-Betrieb?

    – Hat jemand schon mal probiert, den Apache-Server so unzukonfigurieren, dass (neben dem User-Interface) weitere Seiten abrufbar sind?

    – Hat jemand schon mal probiert, einen Datenbankserver zu installieren?

    – Wie sieht es mit z. B. X11/KDE aus?

    Ich erwarte jetzt definitiv keine ausführlichen Anleitungen, sondern würde mich schon über Hinweise in die entsprechenden Richtungen freuen. Die Tendenz meiner Fragen geht dahin, ob und inwieweit die Platte auch als Mini-Server (LAMP, X11/KDE) funktionieren kann.

  28. @Martin

    geht alles, aber das Ding hat bloß 600MHz und 256MB Hauptspeicher. Wird also nur bescheiden laufen…

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