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Hardware-Unterstützung

Der Debian-Installer läuft nicht auf den „alten“ Media Vaults. Diese „Hochkant“-Geräte der ersten Generation (mv2010, mv2020, and mv2040) werden nicht unterstützt – sie sind MIPS basiert (Broadcom SoC), während die Generation 2-Geräte auf Marvell’s „Orion“ SoC basieren, der   ARM-kompatbel ist (ARM10E-CPU).

Auch mit den Data Vault- und Media Vault EX-Geräten hat diese Seite nichts zu tun, diese sind x86-basierend (AMD und Intel-CPUs).

Installation von Debian Linux

Der Ablauf der Installation ist wie folgt: Der Media Vault wird in den „Recovery“-Modus gebracht, dann wird ihm der Debian-Installer als HP-Firmware untergejubelt. Der Installer kann über SSH kontaktiert werden, über das Netzwerk wird dann die Installation zu Ende geführt.

Zuerst noch eine Warnung: Die Installation von Linux macht die HP-Firmware des Geräts unbrauchbar. Nach der Installation hat das NAS keine Web-Oberfläche für die Konfiguration mehr, alle auf der/den Festplatte(n) gespeicherten Daten gehen verloren. Ohne zumindest Linux Grundkenntnsse zu haben, sollte man also nicht Debian installieren. Ist jedoch sowieso eine leere Festplatte übrig, oder möchte man einfach nur etwas lernen, ist der Media Vault das ideale Spielzeug.

Es kann jederzeit auf die selbe Weise wieder zur HP-Firmware zurückgekehrt werden, auch dann gehen aber alle gespeicherten Daten verloren.

Vorbereitungen

Für die Installation benötigt man den Media Vault (offensichtlich), mit einer oder zwei SATA-Festplatten, eine Büroklammer, eine Netzwerk-Verbindung und einen anderen Rechner mit SSH-Client-Software ( PuTTY empfiehlt sich) und einer Software, die den Installer auf den Media Vault uploaden kann:

Die HP-Firmware 1.3.0.85 ist auch einzeln erhältlich, ca. 122MB. Im Image (ein mit bzip2 komprimiertes tar-Archiv) befindet sich unter anderem eine 500MB große Datei names PyramidPeak-1.3.0.85.img, ein ext3 Filesystem-Image mit dem Kernel „Linux-2.6.12.6-arm“, TwonkyMedia Server 4.4 und so weiter.

Der Debian Lenny Installer (netboot.img) selbst ist hier zu finden.

Recovery-Modus starten

Auf der Vorderseite links neben der USB-Buchse befindet sich neben der „Health“-LED eine Öffnung, hinter dieser ist der Reset-Taster verborgen.

Den Reset-Taster bei ausgeschaltetem Gerät einige Sekunden lang drücken. Dann das Gerät anschalten und den Reset-Taster dabei weiter gedrückt halten. Nach einigen Sekunden ändert die „Health“-LED auf der Vorderseite ihre Farbe in Pink/Lila, und das Gerät wartet auf ein Zuspielen der neuen Firmare.

Wenn eine oder zwei Platten ohne (aktive) Partitionen vorhanden sind, wechselt U-Boot auch ohne Drücken des Reset-Tasters in den Recovery-Modus.

Das Log bis zum starten des Installers

Installer hochladen

Unter Linux (Installation des Tools unter Ubuntu z.B. mit sudo apt-get install uphpmvault) wird nun mit uphpmvault netboot.img der Upload vorbereitet. Sobald die Software einen Media Vault im Recovery-Modus findet, beginnt es automatsch:

Unter Windows muß im Installations-Ordern des Recovery-Tools die Firmware-Datei getauscht werden.

Die Datei recovery.img umbenennen oder verschieben, dann den Debian-Installer in recovery.img umbenennen: Nach dem Start des Tools und dem Auffinden des Media Vaults im Recovery-Modus fragt die Software nach der hochzuladenden Datei. Wird hier das netboot.img ausgewählt, lädt die Software sonst meistens trotzdem das im Ordner enthaltene recovery.img hoch.

Auch hier geschieht das Hochladen des Installers automatisch.

Nach dem (automatischen) Neustart des Media Vaults daert es ca. 5 Minuten, bis man sich zum Installer verbinden kann:

  • Schnelles lila Blinken: Das Gerät lädt den Debian Installer
  • SATA-LED geht an, die Health-LED blinkt schnell: Der Linux Kernel wurde geladen
  • Health-LED geht aus: Die Debian-Installer Ramdisk wurde geladen
  • Health-LED blinkt langsam blau: Der Debian-Installer wurde gestartet
  • Health-LED leuchtet stetig blau: Bereit zum verbinden via SSH

IP-Adresse und Verbinden via SSH

Der MV hat nach dem Starten des Installers folgende IP-Adresse:

  • Wenn eine vorher installierte HP-Firmware die Adresse per DHCP bezogen hat, wird der Debian-Installer ebenfalls seine Adresse per DHCP anfordern. Je nach DHCP-Server (oder Router) kann dem MV so auch basierend auf seiner MAC-Adresse eine feste IP-Adresse zugewiesen werden.
  • Wenn eine vorher installierte HP-Firmware auf eine statische Adresse konfiguriert war, wird diese Konfiguration verwendet. Wenn die Konfiguration unvollständig war (z.B. die IP-Adresse oder ein DNS-Eintrag fehlte), verwendet der Installer DHCP.
  • Beim Verwenden einen neuen/leeren Festplatte oder einer Platte ohne installierte HP-Firmware verwendet der Installer DHCP.
  • Wenn DHCP verwendet wird, aber kein Server antwortet, wird die Fallback-Adresse 192.168.1.100 verwendet.

Wenn man sich also bezüglich der Adresse unsicher ist, kann man das Netzwerkkabel entfernen, das Gerät neu starten und nach dem Start des Installers (siehe LED-Codes oben) neu einstecken, dann mit der Fallback-IP verbinden.

Jetzt kan man sich per ssh verbinden. Der Benutzername ist installer, das Passwort install – Daher sollte man die Installation in einem LAN durchführen, in dem sich nur vertrauenswürdige User befinden…

Wenn beim Booten des Media Vaults auf die serielle Schnittstelle zugegriffen wird, trennt SSH die Verbindung sofort wieder! Wird die Installation „seriell“ begonnen, kann nicht zu SSH gewechselt werden.

Rest der Installation

Der Rest der Installation erfolgt wie im Debian-ARM-Handbuch beschrieben ab. Die Hardware wird vollständig erkannt, und der Installer wählt ein passendes Partitions-Layout als Vorschlag.

War vorher eine HP-Firmware installiert, wird der Installer beim Partitionieren fragen, ob vorhandene LVM-Groups gelöscht werden sollen. Diese müssen entfernt werden, die von HP benutze Struktur ist inkompatibel.

Wird die erste Festplatte manuall partitioniert, so ist laut Martin Michlmayr darauf zu achten, dass sda1 als /boot mit ext2- oder ext3-Dateisystem verwendet wird. Auch muss diese Partition als bootfähig markiert werden, sonst schlägt das Booten fehl.

Wenn man per seriellem Kabel den Bootvorgang betrachtet (siehe „Serielle Konsole“-Seite), verwendet der U-Boot vor der Installation von Debian zum Laden des Kernels bootext2 0,1:1,2 0x400000 /boot/uImage /dev/sda /dev/sdb, also funktionieren ext2 und ext3 als Dateisystem.

2TB-Festplatten

2TB-Platten (und größere) werden wegen einem Firmware-Bug und der U-Boot Version nicht zum Booten unterstützt, siehe auch diesen Thread in der Hacking The Media Vault Gruppe.

Bei 2TB-Platten wird der Installer GPT-Partitionen anlegen und stillschweigend weiter-installieren – somit kann U-Boot später nicht von der ersten Partition booten, da es nur DOS-Partitionen erkennt. Aber auch bei der manuellen Partitionierung mit DOS-Partitionstabelle schlägt das Booten fehl, ich bin momentan noch am Testen.

TFTP als Lösung?

ein Ändern der U-Boot Variablen kann zum vollständigen Zerstören des Geräts führen. Hat man Keinen Zugriff auf ein JTAG-Kabel und Erfahrungen damit, ist das Gerät schnell verloren.

Man kann per TFTP den Kernel booten, der dann die Platten ansprechen kann. Bricht man auf der seriellen Konsole den Autoboot ab, kann die Server-IP und das zu holende Image spezifiziert werden. Per tftpboot kann es geholt und dann per bootm an Adresse 0x400000 im RAM ausgeführt werden:

Der String tftpboot ; bootm 0x400000 kann auch mit

dauerhaft ins Flash geschrieben werden.

Beispiel:

Partitionierung und RAID-Setup

„Normale“ Partitionen aber auch Software-RAID (md) ist möglich – man muss nur für /boot eine aktive, separate ext2 oder ext3-Partiton verwenden, die U-Boot lesen kann – siehe oben.

Wie gewohnt Platten identisch partitionieren, md-Devices anlegen, Mountpoints angeben.

Mein Vorschlag für die Partitionierung mit RAID1 (sda ist die feste, untere Platte, sdb die obere im Wechselrahmen):

Die Installation von ssh nicht vergessen! 😉

Am Ende der Installation, nach ca. 45 Minuten (Stand Debian Squeeze, Juli 2011), erstellt der Installer automatisch ein Boot-Image für das Flash. Nach dem Bestätigen bootet das System neu und ist bereit. Während dem Start zeigt die „Health“-LED (Die rechte der drei) den Status an:

  • Schnell blau blinkend: Das boot-image wird von Platte geladen. Dies dauert bis zu 2 Minuten
  • SATA-LED geht an, Health blinkt weiter schnell: Linux-Kernel wurde geladen
  • Langsam blau blinkend: Die Ramdisk wurde geladen und die Platten werden gemountet
  • Lila leuchtend: Die Root-Partition wurde gemountet und init startet den Boot-Prozess. Wenn dieser Zustand lange dauert, kann es sein, dass ein Filesystem-Check läuft
  • Blau leuchtend: Das System hat gebootet, SSH läuft.

Für die LED-Ansteurung während des Starts ist das Paket mv2120-utils zuständig, das automatisch mitinstalliert wird und folgende Dateien enthält (Stand „Lenny“):

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