TTL-seriell-Kabel für Router, NAS und anderes

Geschrieben am 29.10.2010, zuletzt geändert am 18.11.2019
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Manchmal kommt man trotzt tftp und anderen Tools nicht um die gute alte serielle Schnittstelle herum. Spätestens wenn man seine Router beim Flashen der falschen DD-WRT-Version gebrickt hat…

Dumm nur, dass diese an den meisten Access Points, DSL-Routern und ähnlichen "Kleingeräten" nicht mehr auf einer DB9-Buchse nach aussen geführt wird, sondern nur noch intern als lötbar (oder mit etwas Glück schon mit einem Header bestückt) vorhanden ist.

Dazu kommt noch, dass auf den – zumeist 4 Pins – ein TTL-Signal liegt, für dessen Konvertierung man noch einen Pegelumsetzer, z.B. einen MAX232 benötigt – direktes Anschließen an die serielle Schnittstelle des PC funktioniert nicht. Oder nur einmal, oder so.

Anstatt das Rad neu zu erfinden, bedient man sich am einfachsten an einem Siemens-Datenkabel der x55-Serie, also einem "Siemens x55-Serie Datenkabel, seriell" für 3,99€ incl. Versand.

Das Adapterkabel hat dann einen sogenannten "Slim Lumberg"-Stecker auf der Handy-Seite und ein DB9-Weibchen auf der PC-Seite. Im DB9-Gehäuse steckt der Pegelwandler, denn das Siemens Handy benötigt auch TTL-Signale.

Die Belegung des "Slim Lumberg" (übrigens weicht die des "alten" Lumberg-Steckers für Siemens x35/x45 ab, ist aber analog zu verwenden, nur umdenken!) ist auf pinouts.ru zu finden, oben links auf der Seite die Buchse in der Draufsicht. Uns interessieren folgende Pins:

1 - Vcc (Versorgungsspannung)
2 - GND (Masse)
3 - Tx ("Senden" vom Handy/Router aus gesehen)
4 - Rx ("Empfangen" vom Handy/Router aus gesehen)

Wenn man den Stecker öffnet (oder abzwickt und dann Kabelfarbe zu Kontakt durchpiepst, falls er vergossen ist), sieht man die Kabelfarben für die Pins 1-4:

Bei meinem Adapter wären das

1 - Versorgung: Unbelegt (Ist ja auch kein Ladekabel...)
2 - GND: Grün
3 - Tx: Rot
4 - Rx: Weiß

Die Versorgungsspannung Vcc interessiert uns sowieso eher weniger, wir haben ja ein Gerät, das eine eigene Stromversorgung hat.

Jetzt brauchen wir die Anordnung der Pins am Router bzw. Endgerät. Im DD-WRT-Kiki stehen zu einigen Routern bereits die Pinouts, nach dem jeweiligen Modell muß man entsprechend googeln. Hier als Beispiel ein Buffalo "WHR-HP-G54":

Der Vcc-Pin hat +3.3V, an den schließen wir nichts an. Bleiben Tx, Rx und Masse (GND). Masse ist meist einfach zu finden, der Pin hängt zu 99% auf der Vorder- oder Rückseite der Platine an den großflächigen Bereichen, auch im Bild schön zu sehen.

4 in einer Reihe? Da nehmen wir doch aus einem alten PC-Gehäuse vom Schrott das Lautsprecherkabel, oder ein CD-ROM-Audiokabel:

Kontakte entriegeln, neu zusammenstecken (damit die Farben passender liegen), und mit dem Siemens-Kabel verlöten:

Danach mit dem Merkzettel der Kabelfarben und dem Board des Routers verlöten:

Vcc  Nicht im Siemens-Kabel - Pos. 1 am Router - Unbelegt im Stecker
GND: Grün im Siemens-Kabel  - Pos. 2 am Router - Schwarz im Stecker
Tx:  Rot im Siemens-Kabel   - Pos. 3 am Router - Rot im Stecker
Rx:  Weiß im Siemens-Kabel  - Pos. 4 am Router - Weiß im Stecker

Und fertig. Anstecken, Lieblings-Terminalprogramm (ANSI-Modus) starten, ein paar Mal Enter drücken und freuen – Meistens verwenden die TTL-Schnittstellen der Router 115200,8,N,1 oder 57600,8,N,1

Man sollte noch das Kabel beschriften, falls man für ein anderes Gerät mal die Pins umsortieren muss, und falls der PC oder das Notebook keinen seriellen Port mehr hat, kann man das ganze auch noch an einem USB-to-serial-Adapter hängen.

Viel Spaß!

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