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Gentoo auf dem Medion Akoya Mini E1210

Hinweis: Der Eintrag "Gentoo auf dem Medion Akoya Mini E1210" ist vor mehr als einem Jahr geschrieben oder zuletzt editiert worden und unter Umständen veraltet oder nicht mehr korrekt.

Eine Zusammenfassung der Installation und Konfiguration für das Akoya Mini (Aldi, 16.10.2008).

Installation/Booten

Die aktuelle 2008.0 Mini-BootCD und die 2008.0-r1 Live-CD von gentoo erkennen den verbauten Realtek RTL8102E LAN Chip nicht, also zum Booten einfach eine Knoppix- oder Ubuntu 8.10-CD mißbrauchen.

Nach dem Booten („Ubuntu ausprobieren“-Modus) kann ein Terminal geöffnet werden, und wie gewohnt das System partitioniert, installiert und „hinein-ge-chrooted“ werden.

Hardware

Meine Hardware-Änderungen bisher: 2GB RAM statt 1GB und eine Intel Pro/Wireless 3945ABG („Golan“) Mini-PCIe WLAN-Karte statt der ursprünglich verbauten Ralink-Karte.

Die Ausgabe von lspci liest sich folgendermaßen:

CPU

32bit Atom N270 mit Hyperthreading, cflags siehe weiter unten.

Kernel-Konfiguration

Bei mir läuft momentan ein Kernel aus den gentoo-sources-2.6.27-r2. Dieser hat bereits einen funktionierenden uvcvideo-Treiber für die 0,3 Megapixel-Webcam des Akoya Mini.

Meine Kernel .config ist hier zum Download

LAN

Der Kernel-Treiber für die Realtek RTL8169 (der versteckt sich übrigens bei Gigabit LAN, nicht bei 10/100, schon das ist ein Zeichen dafür, daß er wohl nicht 100% richtig ist) funktioniert zwar augenscheinlich auch für den 100Mbit-Chip RTL8102E, aber vor allem das Beziehen einer IP per DHCP funktioniert bei 9 von 10 Versuchen nicht und auch an anderen Ecken klemmt es (Unabhängig davon, ob vor der Linux-Session Windows gebootet wurde, oder ob der Akku kurz entfernt wurde, um die Hardware „richtig“ zu resetten).

Der RTL8102E-Treiber von Realtek, der auch in den gentoo-sources 2.6.27-r2 noch nicht als einzelner Treiber enthalten ist, kann aber beim Aufsetzen des Systems – nach dem Installieren des Kernels – einfach von der Realtek-Seite gezogen und als Modul kompiliert werden, aktuell in der Version 1.010.000 für RTL8101E und RTL8102E. Dieser Treiber funktioniert bisher problemlos.

Audio

Ein Realtek ALC888, also Intel-HDA mit Realtek codec support, für meine Einstellungen siehe Kernel-Config bzw. make menuconfig.

Webcam

Das v4l2 useflag für Video4Linux 2 setzen, im Kernel uvcvideo-USB-Treiber aktivieren, auch wenn das Device („Bison Cam“, 5986:0141) auf der uvcvideo-Page noch nicht gelistet ist. Hier gilt auch: Der Treiber ist im gentoo-sources Kernel 2.6.27-r2 vorhanden (sorry, weiß momentan noch nicht genau, welcher Treiber der richtige ist, da ich einfach alle als Module angewählt habe).

mplayer -fps 15 tv:// -tv driver=v4l2:device=/dev/v4l/video0 zeigt das Bild der Kamera an, sofern diese angeschaltet ist, alle Pakete (mplayer etc.) installiert sind, und – achtung, Stolperfalle – der aktuelle User auch in der Gruppe video ist.

WLAN

Ich benutze die relativ neuen IWL statt den IPW-Treibern. Die IWL-Treiber sind derzeit schon im Kernel und können nach den verschiedenen im Internet verfügbaren HowTos installiert werden. Unter anderem zu installierende Pakete:

  • Iwl3945-ucode
  • wpa_supplicant

Ich verwende wicd statt gnome networkmanager; ein Howto für die IWL Kernel-Einstellungen und die Installation ist unten bei den Links

Fn-Hotkeys

Fn+F2: Noch nicht getestet, ACPI Event „video IGD“
Fn+F3/F6/F11: In Hardware verdrahtet, funktionieren
Fn+F4/F5: Auch Hardware-Tastenkombinationen, funktionieren
Fn+F12: Noch nicht getestet, ACPI Event „button/sleep SLPB“
Fn+F7/F8/F9: Müssen z.B. mit xmodmap konfiguriert werden:

Die Lautstärke- und Mute-Tasten gehen nach Erstellen einer eigenen ~/.xmodmaprc:

Gnome frägt beim nächsten Start, ob diese Datei verwendet werden soll.

Das Gnome Onscreen-Display bei lauter/leiser/stumm sowie der LDC-Helligkeit funktioniert auch.

Unter System -> Einstellungen -> Wechseldatenträger- und Medieneinstellungen kann eingestellt werden, dass z.B. cheese startet, sobald die Webcam mit Fn+F6 aktiviert wird. Die rote „Aufnahme“-LED links neben der Webcam funktioniert ebenfalls.

Fn+F11 für die WLAN-Karte funktioniert nebenbei bemerkt mit der Intel-Karte ebenso wie mit der Ralink, auch das WLAN-LED zeigt korrekt den Schaltzustand an. Also nicht mehr löten und Leiterbahnen trennen wie früher bei Mini-PCI & IBM…

Festplatte

Das mal mehr, mal weniger auftretende Klicken der Festplatte beim Parken kann mit

in der Datei /etc/hdparm/hdparm.conf gemindert werden, so wird das Power Management auf Leistung statt Energiesparen gestellt.

Touchpad

X startet ab & zu nicht, da es das Core-Device „Touchpad“ oder die Tastatur nicht initialisieren kann. In diesem Fall zeigt dmesg bzw. die Xorg.0.log an, dass kein Touchpad vorhanden ist. Der Kernel-Parameter i8042.reset beim Booten hilft in diesem Fall durch einen Reset des Controllers. Zum Konfigurieren des Touchpads aber vor allem zum Deaktivieren des nervigen tappings muß in der /etx/X11/xorg.conf der Parameter SHMConfig aktiviert werden.

Meine xorg.conf ist hier zum Download.

DRI/GLX

Mit den aktuellen Mesa-Libs lösen glxinfo, glxgears und ähnliche Programme einen lustigen X-Restart aus. Im Gentoo-Wiki ist zu lesen:

Nicht täuschen lassen, der Xorg Video-Treiber ist xf86-video-intel, nicht xf86-video-i810 wie im Gentoo-Wiki angegeben.

ToDo

Fn+F12 – Suspend & Hibernate mit den pm-utils ausprobieren
Fn+F2 – Umschalten auf externen Bildschirm/Beamer ausprobieren, xorg.conf anpassen
XGL/DRI testen. Unter Ubuntu 8.10 geht es, mit Compiz. Ein ACCEPT_KEYWORDS="~x86" emerge -v media-libs/mesa x11-drivers/xf86-video-intel sollte DRI lauffähig machen. Viel Spaß beim Ausprobieren, ich werde es demnächst testen.

make.conf

Meine make.conf mit USE-Flags cflags etc. ist hier zum Download.

Links

Realtek 8101/2E-Treiber 1.010.000: http://www.realtek.com.tw

Gentoo-Wiki: MSI Wind (Das original gentoo-Wiki ist momentan wegen Verlust der DB tot)

Gentoo Wiki: IPW/IWL

Bilder

Der oft genannte RTL8101, der in Wirklichkeit ein 8102E ist…

Die Intel 3945ABG

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine Erkenntnisse mit Gentoo und dem „kleinen“ Akoya 😉 Gerade sitze ich hier und überlege ob ich mein lauffähiges Leopard 10.5.8 gegen Gentoo auf dem Akoya E1210 tauschen soll. Hast du deine ToDos durchgeführt und gibt es dazu Ergebnisse die vielleicht wichtig für die Entscheidung wären?

  2. Hi. Ich habe das Akoya nichtmehr, bin seit längerer Zeit wieder zurück zu einem Thinkpad X31.

    Die Fn-Tastenkombinationen und XGL/DRI hab‘ ich nichtmehr getestet…

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